Einmal rund um Witten — 58 Kilometer von früh bis spät
Warum in die Ferne schweifen? Rund 58 Kilometer einmal rund um Witten, gegangen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang — gut 1.200 Höhenmeter über die Höhen rund ums Ruhrtal, ein ganzer Wandertag direkt vor der Haustür.
Manchmal liegt das Abenteuer direkt vor der Haustür. Diese Runde bleibt im Ruhrgebiet — und ist trotzdem ein ganzer Tag: rund 58 Kilometer einmal rund um Witten, gegangen von früh bis spät an einem Oktobertag. Start und Ziel liegen im Ruhrtal; dazwischen führt der Weg über die bewaldeten Höhen rund um die Stadt, und die gut 1.200 Höhenmeter summieren sich aus vielen kleinen An- und Abstiegen statt aus einem großen Berg.
Es war die längste Wanderung meines bisherigen Lebens, und viel weiter hätte ich auch nicht laufen wollen. Möglich war sie vor allem, weil ich vom Sommer noch gut in Form war — vom Training für die Zugspitzbesteigung durch das Reintal, die ein paar Wochen zuvor gelang. Diese Form galt es zu nutzen: Aufbruch im Dunkeln kurz nach sechs, zurück erst in der Dämmerung, fast dreizehn Stunden später.
Der Weg wechselt dabei ständig sein Gesicht — Hohlwege zwischen Hecken, breite Feldwege am Acker, ein Stück am Wasser unten im Tal und Wald auf den Höhen; dazwischen grasen Pferde und Ponys auf den Weiden. Ohne Stöcke und gut eingelaufene Schuhe wäre so ein Tag kaum zu machen: Die Stöcke entlasten die Knie, geben Vortrieb und stabilisieren, wenn die Beine längst müde sind. Bei Kilometer 30 kam vorsichtshalber ein Blasenpflaster dazu — und die letzten zehn Kilometer waren dann, allem Equipment zum Trotz, doch nicht ganz ohne.
Welche Ausrüstung sich an diesem langen Tag bewährt hat, steht auf der Empfehlungen-Seite.
Aufbruch im Dunkeln, kurz nach halb sieben: Die ersten Lichter spiegeln sich in der Ruhr — der lange Tag beginnt.Sonnenaufgang über den ersten Höhen — Blick über Wiesen und Weidezäune ins hügelige Land.Ein breiter Schotterweg am Rand einer Lichtung; der Herbst hat die Bäume schon gefärbt.Zwischen dichten Hecken geht es bergan — die Runde gewinnt an Höhe, jetzt mit Sonne.Ein stilles Sträßchen unter alten Bäumen, von der Morgensonne gesprenkelt.Tiefster Punkt des Tages, unten am Wasser im Ruhrtal — gleich geht es wieder hinauf.Mittagsrast auf einer Bank: Rucksack und Stöcke abgelegt, nach gut dreißig Kilometern etwa Halbzeit.Am frühen Nachmittag über breite Wege durch offenes Land.Ein Weg am Feldrand entlang der Hecke; der Himmel zieht zu.Ein kleiner, von Entengrütze überzogener Teich am Wegesrand.Ein Feldweg am Acker unter weitem Himmel; bis Witten ist es noch ein gutes Stück.Hochspannungsleitungen über den Feldern — auch das gehört zur Landschaft rund um die Stadt.Ein Grauschimmel-Pony knabbert an den Blättern eines Obstbäumchens, im weichen Abendlicht.Schmaler Pfad durchs Gebüsch; das Licht wird langsam golden.Durch hohen Buchenwald über raschelndes Laub, kurz vor Sonnenuntergang.Die letzten Kilometer durch den dämmrigen Wald — die zehrten dann doch.Ankunft in der Dämmerung: die erleuchteten Fenster eines Fachwerkhauses, der Tag ist geschafft.
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